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Balkonkraftwerk zur PV-Anlage aufrüsten oder zusätzlich betreiben? Wann ist das sinnvoll und wann gefährlich?
Sie sind Eigenheimbesitzer und denken über Solarstrom nach. Das ist großartig! Doch die Möglichkeiten scheinen endlos. Überall sehen Sie Werbung für kleine, steckerfertige Balkonkraftwerke. Gleichzeitig lockt Ihr Dach mit dem Versprechen echter Unabhängigkeit durch eine große Photovoltaikanlage.
Beide Systeme haben ihre Berechtigung, doch sie bedienen völlig unterschiedliche Anforderungen. Oft ist das die große Anlage, aber manchmal ist ein Balkonkraftwerk der passendere Start, zum Beispiel wenn sich eine große PV-Anlage aufgrund eines sehr geringen Verbrauchs oder ungeeigneter Dachflächen nicht rechnet.
Vielleicht stehen Sie genau an einem dieser Punkte und sind sich nicht sicher, was sinnvoll ist.
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Sie haben noch keine Solaranlage und fragen sich, ob Sie mit einem Balkonkraftwerk „klein anfangen“ können – und dieses später ohne großen Aufwand zu einer vollwertigen Photovoltaikanlage auf dem Dach ausbauen können.
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Sie haben bereits eine vollwertige Photovoltaikanlage (vielleicht sogar mit Speicher) und überlegen sich, ob Sie nicht zusätzlich noch ein Balkonkraftwerk am Balkon oder auf der Garage installieren sollten, um noch mehr Stromkosten zu sparen.
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Dies sind die beiden häufigsten Szenarien, die uns bei VIRACON begegnen. Wir sind Ihre Experten für hochwertige Photovoltaikanlagen und wir möchten Klarheit schaffen. Wir beleuchten in diesem Beitrag, wann ein Balkonkraftwerk ein cleverer Einstieg ist und wann eine gute Alternative oder wann es gar zur Gefahr für Ihre bestehende Anlage wird.
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Was ist ein Balkonkraftwerk überhaupt?
Lassen Sie uns kurz die Grundlagen klären. Ein Balkonkraftwerk (auch gerne einmal Mini-PV oder Stecker-Solar-Gerät genannt) ist eine sehr kleine Photovoltaikanlage. Das Kraftwerk besteht meist aus 1 – 4 Solarmodulen, einer Halterung und einem kleinen Wechselrichter. Es wird idealerweise direkt an eine spezielle Wieland-Steckdose angeschlossen und speist den erzeugten Strom direkt in Ihr Hausnetz ein. Sie können also Ihre Stromkosten senken, indem Sie Ihren eigenen Strom direkt am Balkon erzeugen.
Der entscheidende Punkt sind bei Balkonkraftwerken in Deutschland die Leistungsbegrenzungen, die sich aus gesetzlichen Vorgaben, Normen und technischen Regeln ergeben. Nach der aktuellen Produktnorm für Steckersolargeräte dürfen Systeme mit einem Schuko-Stecker insgesamt bis zu 960 W Modulleistung haben, wenn sie den normativen Anforderungen entsprechen. Der Wechselrichter eines solchen Systems darf in der Praxis nicht mehr als 800 W in das Hausnetz einspeisen, um den Netzanschluss und die Haushaltsinstallation nicht zu überlasten. Diese Grenzwerte und Anschlussbedingungen gelten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Norm, können sich mit zukünftigen Änderungen an gesetzlichen Vorgaben oder technischen Standards jedoch anpassen, ohne dass der Text an dieser Stelle erneut geändert werden müsste.
Ein kleiner Ausflug: Die Leistungsgrenzen der neuen Norm DIN VDE V 0126‑95
Diese Norm definiert technisch genau, was noch als einfaches „Steckersolargerät“ gilt und damit sicher an Ihrer ganz „normalen“ Schuko-Steckdose betrieben werden darf. Wichtig sind hier zwei Obergrenzen:
· Der Wechselrichter darf maximal 800 Watt Strom ins Hausnetz einspeisen.
· Die angeschlossenen Solarmodule dürfen zusammen maximal 960 Watt Leistung haben.
Warum ist das wichtig? Diese Begrenzung stellt sicher, dass die Anlage auch ohne aufwändige Prüfung der Hausinstallation sicher betrieben werden kann.
Wenn Sie Solarmodule installieren, die maximal 2000 Watt Leistung haben, kommen Sie nach der neuen Norm nun nicht mehr um die Installation einer Wieland-Steckdose herum.
Das Balkonkraftwerk als Einstieg und später zur großen PV-Anlage aufrüsten
Das ist der häufigste Wunsch, den wir immer wieder hören. Erstmal „testen“, ob Photovoltaik funktioniert, und später, wenn das Budget es zulässt, die Anlage aufs Dach bringen. Eine verständliche Idee, doch hier lauert auch die größte Falle. Es sind die allzu verlockenden Billigangebote in Form von Komplettsets aus dem Internet. Einfach Stecker rein und selbst grünen Strom erzeugen. Klingt einfach, was soll daran falsch sein?
Das Problem mit den Schnäppchen-Sets
Der Markt wird aktuell mit extrem günstigen Komplettsets geflutet. Diese sind oft technische Einzelgänger. Das bedeutet: Die verbauten Wechselrichter können später meist nicht mit der Technik einer großen Dachanlage kommunizieren. Wenn Sie in drei Jahren aufrüsten wollen, können Sie meist den Wechselrichter nicht weiterverwenden. Sie haben also im schlimmsten Fall Elektroschrott produziert.
Der VIRACON-Weg: Qualität, die mitwächst
Heißt das, Sie sollten es lassen? Nein! Es heißt nur, dass Sie klug wählen müssen. Wenn Sie bei uns ein „kleines“ System anfragen, weil Sie sich an die Thematik herantasten wollen, setzen wir auf Qualität. So investieren Sie Ihr Geld nachhaltig.
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Ein Balkonkraftwerk ist ideal, um Ihre „Grundlast“ zu decken – also den Strom, den Kühlschrank, Router und Standby-Geräte permanent verbrauchen. Es senkt Ihre Stromrechnung sofort, macht Sie aber nicht unabhängig.
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Sie haben eine PV-Anlage und möchten zusätzlich ein Balkonkraftwerk
Dieses Szenario ist technisch und rechtlich noch komplexer. Sie haben bereits eine Photovoltaikanlage auf Ihrem Dach, vielleicht mit 10 kWp, und überlegen, zusätzlich ein Balkonkraftwerk mit 800 Watt auf die Garage zu stellen. Viel hilft viel, oder? Hier sagen wir von VIRACON ganz klar: Vorsicht! Das kann brandgefährlich werden und ist rechtlich auch nicht ganz einwandfrei.
Der Notstrom-Konflikt
Der kritischste Punkt tritt ein, wenn Sie eine hochwertige PV-Anlage mit einem Speicher und einer Notstromfunktion betreiben. Diese Anlagen, wie wir sie installieren, sind dafür ausgelegt, Ihr Haus bei einem Stromausfall vom öffentlichen Netz zu trennen und ein eigenes, stabiles sogenanntes Inselnetz aufzubauen. Wie das Ganze funktioniert, können Sie in unserem Beitrag zu Notstromlösungen nachlesen.
Stellen Sie sich vor, ein Blackout tritt ein. Das öffentliche Stromnetz ist tot. Ihr verbautes System erkennt dies, trennt Ihr Haus sicher vom Netz und baut Ihr eigenes Inselnetz auf. Ihr Licht im Haus bleibt an, versorgt vom Speicher und/oder Ihrer PV-Anlage.
Ihr zusätzlich installiertes Billig-Balkonkraftwerk an der Steckdose merkt vom Blackout nichts. Klar, es hängt ja schließlich an Ihrem Hausnetz, das (dank Ihres Photovoltaiksystems auf Ihrem Hausdach) Strom hat. Der Wechselrichter des Balkonkraftwerks sieht die Frequenz des großen Wechselrichters und beginnt fröhlich, seinen produzierten Strom ebenfalls in Ihr Hausnetz einzuspeisen.
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Das Desaster: Ihr regulärer Wechselrichter rechnet im Notstrombetrieb nicht damit, dass aus dem Hausstromnetz (also von einer Steckdose) Strom zurückkommt. Er erwartet Verbrauch, keine Einspeisung. Die Folge ist also, dass der Balkonkraftwerksstrom quasi unerwartet in den großen Wechselrichter „schießt“ und dessen empfindliche Notstrom-Elektronik zerstört. Ein Schaden von mehreren Tausend Euro ist die Folge – verursacht durch ein Balkonkraftwerk für wenige Hundert Euro.
Betreiben Sie niemals ein Standard-Balkonkraftwerk parallel zu einer notstromfähigen PV-Anlage im selben Stromkreis. Die Gefahr der Zerstörung Ihrer Hauptanlage im Notstromfall ist extrem hoch. Die einzige technisch saubere, aber sehr teure Lösung wäre, das Balkonkraftwerk über eine komplexe, fachmännisch installierte Umschaltvorrichtung laufen zu lassen, die Ihr Balkonkraftwerk physisch trennt, sobald die Dachanlage in den Notstrom-Betrieb geht.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ) aus unserem Alltag
Die Idee eines Balkonkraftwerks klingt oft wunderbar unkompliziert. Doch gerade wenn es um das Zusammenspiel mit einem Eigenheim, einer PV-Dachanlage oder um spätere Upgrade-Wünsche geht, tauchen viele Fragen auf. Wir wollen, dass Sie eine sichere und fundierte Entscheidung treffen. Deshalb haben wir für Sie die wichtigsten Fragen, die uns in unseren Beratungen immer wieder begegnen, hier zusammengestellt.
Lassen Sie uns Tacheles reden: Nicht für jedes Haus lohnt sich eine riesige Dachanlage.
– Der Wenig-Verbraucher: Leben Sie sehr sparsam und verbrauchen nur etwa 1.500 kWh im Jahr? Dann wird sich eine große Anlage mit Speicher rein wirtschaftlich für Sie nur schwer rechnen. Hier ist ein hochwertiges Balkonkraftwerk oft die ehrlichere und wirtschaftlichere Empfehlung.
– Der Normal- bis Viel-Verbraucher: Sobald Wärmepumpe, E-Auto oder eine Familie ins Spiel kommen, ist das Balkonkraftwerk nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Hier ist dann eine Photovoltaik-Dachanlage die bessere Wahl.
Ganz ehrlich? In den meisten Fällen rechnet sich das aktuell noch nicht. Ein Standard-Balkonkraftwerk deckt oft genau die Grundlast ab, die Kühlschrank & Co. ohnehin verbrauchen. Der Strom wird also sofort verbraucht. Aber es gibt Ausnahmen: Wenn Sie sehr moderne, energieeffiziente Geräte besitzen, liegt Ihre Grundlast vielleicht so niedrig, dass Sie tagsüber tatsächlich mehr Strom produzieren, als Sie verbrauchen. Ohne Speicher würden Sie diesen Überschuss verschenken. In diesem Fall lohnt sich ein kleiner Speicher, um die Energie für den Abend zu sichern. Wir rechnen das gerne individuell für Sie durch.
Nein, nicht zwingend. Für die reine Montage der Halterung und der Solarmodule benötigen Sie keinen Fachmann. Und auch für den Anschluss gilt: Solange Ihr gekauftes Balkonkraftwerk als steckerfertiges Gerät für den Betrieb an einer normalen Schuko-Steckdose freigegeben ist, ist kein Elektriker notwendig. Sie dürfen die Anlage in diesem Fall selbstständig in Betrieb nehmen.
Nein, ein Standard-Balkonkraftwerk funktioniert nicht als Notstromlösung. Der Wechselrichter benötigt zwingend das Signal (die Frequenz) aus Ihrem Hausstromnetz, um überhaupt Strom erzeugen zu dürfen. Fällt das Stromnetz aus, schaltet sich Ihr Balkonkraftwerk aus Sicherheitsgründen sofort ab und zwar auch dann, wenn die Sonne scheint. Eine Ausnahme sind manche Balkonkraftwerke, die direkt mit einem speziellen Akku-Speicher verkauft werden. Diese versorgen bei einem Stromausfall aber nicht Ihr Hausnetz. Sie können lediglich Geräte direkt an den Steckdosen des Speicher-Geräts selbst betreiben.
Denken Sie vom Dach her!
Ein Balkonkraftwerk ist ein spannender, kleiner Schritt in die Welt der Photovoltaik. Es ist ideal für Mieter, Haushalte mit sehr geringem Energiebedarf oder ungünstigen Dachbedingungen. Wenn Sie klein anfangen wollen, investieren Sie in Qualität und damit in ein modulares, speicherbasiertes Balkonkraftwerk. Wenn Sie eine bestehende PV-Anlage haben, lassen Sie die Finger von einem zusätzlichen Standard-Balkonkraftwerk. Die technische Gefahr eines Totalschadens Ihrer Hauptanlage ist real, und der Nutzen der 800 Watt steht in keinem Verhältnis zum Risiko.
Wir bei VIRACON sind überzeugt: Qualität und eine durchdachte Planung sind der Schlüssel zur langfristigen Zufriedenheit. Eine große PV-Anlage, passend zu Ihrem Haushalt dimensioniert, zusätzlich mit einem Speicher für echte Unabhängigkeit und vielleicht einer Wallbox, ist die nachhaltige Lösung. Ebenso kann für Sie ein gut geplantes und auf Ihre Bedürfnisse angepasstes Balkonkraftwerk eine gute Lösung darstellen.
